Dr. Schüssler – ein Portrait

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Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler
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Ratgeber Gruppe: 

Dr. Wilhelm Heinrich Schüssler ist heute einer der bekanntesten Mediziner aller Zeiten, ist er doch der Entdecker der Schüssler Salze. Geboren am 21.08.1821 und verstorben am 30.03.1898 hat Schüssler die moderne Medizin nachhaltig beeinflusst. Wichtige Stationen seines Lebens waren dabei:

  • Beginn des Medizinstudiums 1853 in Paris
  • Medizinstudium ab 1854 in Berlin fortgeführt
  • Promotion in Gießen 1855
  • Studium der Homöopathie in Prag für ein Semester
  • Abitur in Oldenburg 1857 nachgeholt
  • Zulassung zum Arzt 1858
  • Arbeit an der „abgekürzten Therapie“ beginnt 1872
  • Erster Artikel über selbige in der Homöopathischen Zeitung 1873
  • Buch zur „abgekürzten Therapie“ erscheint 1874
  • Broschüre „Die anorganischen Gewebebildner“ erscheint 1875
  • 1. Biochemischer Verein Deutschlands wird 1885 mit Rechnungsrat Meyer in Oldenburg gegründet

 

Wie kam Schüssler zu den Schüssler Salzen?

Dr. Schüssler war über viele Jahre hinweg als homöopathischer Arzt tätig. Als er erfuhr, wie Dr. Virchow die Zellen des menschlichen Körpers entdeckte, war er von dieser Entdeckung so fasziniert, dass Dr. Schüssler eigene Nachforschungen durchführte. Insbesondere die Ursachen von Erkrankungen und wie diese behandelt werden könnten, hatten es ihm damals angetan.

Der Schwerpunkt von Schüsslers Untersuchungen lag dabei auf Spurenelementen und Mineralstoffen, so dass die Biochemie schon damals Einzug in sein Leben hielt. Diese Mineralstoffe waren es später auch, die ihn zu den Mineralsalzen brachte, von denen er im Laufe der Zeit insgesamt zwölf Stück entdeckte. Diesen maß Dr. Schüssler eine große Bedeutung für den menschlichen Körper und dessen Funktionsweise bei.

Im Rahmen seiner weiteren Forschungen entdeckt Schüssler, dass die von ihm entdeckten Mineralsalze genauso im menschlichen Körper vorkommen. Allerdings werden sie nicht immer optimal gebildet und müssen von außen zugeführt werden.

Fortan beschäftigt sich Dr. Schüssler damit, wie die Mineralsalze aufbereitet und dem Körper zugeführt werden können. Sein Anliegen ist es dabei, dass die Mineralsalze so aufbereitet werden, dass sie mit allen positiven Eigenschaften vom Körper bestens aufgenommen werden können. Für diese Entwicklung nutzt er sein Wissen um die Homöopathie, denn dort hat er bereits gelernt, wie einzelne Stoffe potenziert und zu Tabletten verarbeitet werden können.

 

Große Unterschiede zwischen Homöopathie und Schüssler Salzen

Viele glaubten damals, dass die Schüssler Salze gleichzusetzen sind mit der Homöopathie, da beide einem ähnlichen Entstehungsverfahren unterliegen. Dr. Schüssler weist jedoch im Laufe der Zeit immer wieder darauf hin, dass seine Methode sich deutlich von der Homöopathie als solches unterscheide. Als Grund dafür gibt Schüssler an, dass eben nicht das bewährte Simile-Prinzip genutzt wird, bei dem Ähnliches mit Ähnlichem geheilt werden könne, wie es in der Homöopathie zur Anwendung kommt.

Seine Behandlungsmethode mit den Mineralsalzen, die damals freilich noch nicht seinen Namen trugen, bezeichnete Dr. Schüssler als Biochemie. Damit wollte er darauf aufmerksam machen, dass er bei der Behandlung chemische Zusammenhänge in der menschlichen Biologie berücksichtige.

Sehr schnell nach der Einführung seiner Biochemie-Behandlung fand diese entsprechend viele Anhänger. Jährlich kamen mehr Leute hinzu und alle wollten sich von Dr. Schüssler behandeln lassen. Auch heute hat die Biochemie nichts an Aktualität verloren, schließlich vertrauen immer weniger Menschen der Schulmedizin und suchen nach Alternativen, die sanft zu Körper und Geist sind.

 

Deutschlands 1. Biochemischer Verein

Dr. Schüssler erhielt anfangs für die Vorstellung seiner neuen Behandlungsmethode keine große Anerkennung. Vielmehr wurde er heftig kritisiert. In dieser Zeit aber scharten sich auch immer mehr Nutznießer seiner Behandlung um ihn und drängten Schüssler dazu, einen Laienverein zu gründen, um seine Lehren weiter zu verbreiten. 1885 war es dann soweit, dass Schüssler nachgab und August Meyer, der damalige Eisenbahnrechnungsführer, mit einigen Freunden den 1. Biochemischen Verein in Oldenburg gründete.

Erstes Ziel war es, ein Krankenhaus zu bauen, wofür eine eigene Stiftung ins Leben gerufen wurde. Aufgrund der Inflation und der damaligen Gegebenheiten konnte das Ziel jedoch erst nach dem Krieg realisiert werden. Auch Mitglieder des Vereins, die in andere Regionen abwanderten, blieben dem 1. Biochemischen Verein treu. Sie gründeten in ihrer neuen Heimat weitere Vereine, so dass unter anderem Biochemische Vereine in

  • Clausthal-Zellerfeld,
  • Lage,
  • Altenau,
  • Metjendorf,
  • Wilhelmshaven und
  • Neu-Südende

 entstanden. Diese verbreiteten ihre Nachrichten bereits 1902 in der „Zeitschrift für Biochemie“ aus Oldenburg.  Die Zahl der Vereine steigt auf über 70 nach dem Ersten Weltkrieg. Sie haben sich in drei Verbänden zusammengeschlossen, wobei diese 1922 zum „Biochemischen Bund Deutschlands“ verschmolzen. Damals zählte man 70.000 Mitglieder.

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